06.04.2026

# Chancengerechtigkeit in der frühen Bildung: Familien mitdenken, Strukturen verändern

Zuletzt aktualisiert: 06.04.2026

Die Auftaktveranstaltung des Bundesforum Familie am 20. März 2026 zeigt: Chancengerechtigkeit in der frühen Bildung hängt ganz entscheidend von den Lebenslagen von Familien, fairen Zugängen und Elternbeteiligung ab. Die Vorträge von Susanne Kuger und Tanja Betz machen deutlich, warum Familien entlastet und Strukturen gerechter gestaltet werden müssen.

![Chancengerechtigkeit in der frühen Bildung: Familien mitdenken, Strukturen verändern](https://cms.bevki.de/assets/14880ecf-7ce9-48f8-bd92-0732c57c02c0)

Am **20\. März 2026** fand online die Auftaktveranstaltung **„Chancengerechtigkeit in der (frühen) Bildung. Familien und Rahmenbedingungen im Fokus“** des **Bundesforum Familie** statt. Im Mittelpunkt standen die Vorträge von **Prof. Dr. Susanne Kuger** und **Prof.‘in Tanja Betz**. Das Bundesforum Familie hat dieses Thema für die Jahre 2026 und 2027 als Schwerpunkt gesetzt.

Die zentrale Botschaft der Veranstaltung war klar: **Chancengerechtigkeit hängt wesentlich von den Lebenslagen von Familien, von erreichbaren Angeboten und von fairen institutionellen Rahmenbedingungen ab.** 

## Familien unter Druck

Susanne Kuger machte deutlich, dass Familien viele Aufgaben gleichzeitig tragen: Erziehung, Versorgung, emotionale Stabilisierung, Bildung und Interessenvertretung für ihre Kinder. Ungleiche Chancen entstehen dabei nicht nur aus individuellem Handeln, sondern auch aus strukturellen Bedingungen. 

Besonders relevant sind dabei Fragen des Zugangs: Familien können Angebote nur nutzen, wenn sie **verfügbar, erreichbar, bezahlbar und verständlich** sind. Nicht selten scheitern Eltern jedoch an fehlenden Informationen, Sprachbarrieren, unterschiedlichen Erwartungen, Diskriminierung und regionalen Unterschiede beim Zugang zur Kita.

## Ungleichheit beginnt früh

Die Auftaktveranstaltung zeigte auch, wie früh sich Unterschiede verfestigen. Bereits im Kleinkindalter zeigen sich Unterschiede etwa bei Sprachentwicklung, kognitiven Voraussetzungen und Teilhabechancen. Kuger verweist zudem auf Belastungen durch Kita-Kosten, ungleiche Nutzung früher Bildungsangebote und auf Kita-Schließungen infolge von Personalmangel. Gerade Familien in Risikolagen wie zum Beispiel  Alleinerziehende und von Armut betroffene Familien, sind davon besonders betroffen.

Damit wird deutlich: Es reicht nicht, nur an einem Punkt anzusetzen, etwa allein bei der „Erziehungskompetenz“ von Eltern. Wer Chancengerechtigkeit stärken will, muss Lebenslagen, Infrastruktur und institutionelle Praxis zusammen denken.

## Hohe Erwartungen an Eltern

Tanja Betz lenkte den Blick darauf, dass „frühe Bildung“ heute weit über die Kita hinausgeht. Familie, Kita, Schule und gesellschaftliche Leitbilder greifen ineinander, was sich in dem Begriff "Bildungskindheit" abbildet. Zugleich steigen die Erwartungen an Eltern: Sie sollen organisieren, fördern, begleiten und mit Institutionen kooperieren, oft zusätzlich zu Care- und Erwerbsarbeit.

Ein besonders anschaulicher Punkt aus der Veranstaltung betrifft die Elternbeteiligung: Während Einrichtungen Eltern oft vor allem als Unterstützung im Alltag sehen, wünschen sich Eltern vor allem **Mitbestimmung und Mitsprache.** 

## Was daraus folgt

Für die bevki ist diese Debatte hoch relevant. Satzung und Leitbild betonen, dass sich die bevki für **frühkindliche Bildung, Elternmitwirkung, soziale Gerechtigkeit, gleichwertige Qualität, Beitragsfreiheit und gesetzlich verankerte Mitwirkungsrechte** einsetzt.

Die Auftaktveranstaltung bestätigt diesen Auftrag:  
Chancengerechtigkeit braucht verlässliche Angebote, faire Zugänge und Elternbeteiligung auf Augenhöhe. Familien dürfen nicht immer mehr ausgleichen müssen, was strukturell nicht funktioniert.

## Fazit

Die Auftaktveranstaltung des Bundesforum Familie hat eines sehr deutlich gezeigt: **Nicht Familien müssen perfekter werden, sondern die Rahmenbedingungen gerechter.** Wer Chancengerechtigkeit in der frühen Bildung ernst meint, muss Familien entlasten, Zugänge verbessern und Elternvertretungen konsequent beteiligen.

## Buchtipps und hilfreiche Webseiten

**Buchtipps**

-   **Frank Niklas / Susanne Lehrl: _Die Familie als Lernumwelt_**  
    Gut geeignet für alle, die besser verstehen möchten, wie die häusliche Lernumwelt frühe Bildungsprozesse beeinflusst.
-   **Tanja Betz u. a. (Hrsg.): _Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern zwischen privater und öffentlicher Verantwortung_**  
    Empfehlenswert für alle, die das Zusammenspiel von Familie, Institutionen und Ungleichheit vertiefen möchten.

**Webseiten**

-   **[Bundesform Familie](https://bundesforum-familie.de/)**
-   **[Bildungsbericht 2025](https://www.bildungsbericht.de/de)**
-   **[Zehnter Familienbericht des BMBFSFJ (2025)](https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/ministerium/berichte-der-bundesregierung/zehnter-familienbericht-253668)**

Verfasst von bevki-Geschäftsstelle

Mit Hilfe von KI generiert.

## Weitere Beiträge anzeigen

[Neue Studie: Bildungsungerechtigkeit beginnt früh](https://bevki.de/beitraege/bildungsungerechtigkeit)

[KiTa-Qualität aus Elternsicht](https://bevki.de/beitraege/position-buendnis-qualitaetsentwicklungsgesetz)